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Symbilbild Kulturpreis Bayern

Masterarbeit erhält den Kulturpreis Bayern

Verliehen hat die Auszeichnung die Bayernwerk AG (Bayernwerk) gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Damit ehren sie die Leistung der Forscherin. In ihrer Masterarbeit im Studiengang Klinische Sozialarbeit zeigt Schradi, welchen Stellenwert der trialogische Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften im Umgang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung hat. Die Landshuterin ist eine von insgesamt 32 Absolventen bayerischer Hochschulen und Universitäten, die Ende Oktober geehrt wurden.

Reflexion durch Austausch

Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung (BPS), unter der neben den Betroffenen auch die Angehörigen leiden. Hauptmerkmale der BPS sind Impulsivität, instabile zwischenmenschliche Beziehungen, rasche Stimmungswechsel und ein schwankendes Selbstbild. In Landshut setzen sich beim von der „Selbsthilfegruppe Borderline“ organisierten „Borderline-Trialog“ Betroffene mit Angehörigen und Fachkräften für Psychologie, Psychiatrie, Sozialarbeit und Medizin zusammen.

Enikö Schradi hat in ihrer Masterarbeit „Miteinander reden und voneinander lernen – Evaluation des Borderline-Trialogs in Landshut“ den ersten Borderline-Trialog in Landshut 2019 analysiert. Dazu entwickelte sie zunächst einen Fragebogen, den die Teilnehmer während der Zeit der Trialog-Gesprächsabende und in einem Follow-up vier Monate später ausfüllten. Die Antworten wertete sie anschließend aus. „Die Veranstaltung kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Herausforderungen psychischer Probleme und deren Auswirkungen zu bewältigen“, sagt die 35-Jährige zusammenfassend.

Das trialogische Vorgehen biete eine gute Möglichkeit für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte, subjektive Wahrnehmungen und Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren und Bewältigungsstrategien weiterzuentwickeln. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer empfanden den Austausch im Trialog als hilfreich, um ihr Wissen über die Borderline-Persönlichkeitsstörung und die Sichtweise auf diese zu erweitern. Enikö Schradi sagt: „Durch den Perspektivenwechsel entstehen neue Erfahrungsräume und das Verständnis für den anderen und den Umgang mit der BPS kann wachsen.“ Ihr Fazit: Der Borderline-Trialog sollte als festes Angebot in der sozialpsychiatrischen Hilfelandschaft verankert werden.

 


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